Ip Man 2 Review

Geschrieben von Marcus am Mittwoch, 1. Mai 2013

Nachdem der erste “Ip Man” ein ziemlich großer Erfolg war, ist es nicht verwunderlich, dass ein zweiter Teil gedreht worden ist.

Storytechnisch schließt der zweite Teil direkt an den ersten an. Ip Man (Donnie Yen) wird verwundet von seiner Frau (Lynn Hung) und seinem besten Freund (Simon Yam) aus Foshan nach Hong Kong gebracht. In Hong Kong möchte Ip Man eine Wing Chun Schule eröffnen, hat jedoch Probleme aufgrund seiner Unbekanntheit Schüler anzuwerben. Kaum hat Ip Man ein paar Schüler, tritt ein neues Problem auf. Die Meister der anderen Kung Fu Schulen haben sich zu einem Protektorat zusammengeschlossen, angeführt von dem Meister Hung Chun (Sammo Hung)  und jeder, der in Hong Kong eine Kampfkunstschule eröffnen möchte, muss nach alter Tradition zunächst gegen die anderen Meister antreten. Nachdem Ip Man zwei Meister geschlagen und der dritte Kampf auf ein Unentschieden hinaus läuft, darf  Ip Man seine Schule weiter führen, jedoch muss er monatlich Schutzgeld zahlen. Er lehnt ab, was wiederum auf Probleme mit den anderen Schulen hinausläuft. Bei einem Boxkampf, wird Hung von dem britischen Boxer Taylor “The Twister” Milos (Darren Shahlavi) herrausgeforderd und verstirbt im Ring. Nun liegt es an IP Man, die Ehre des chinesichen Kampfkust wieder herzustellen.

Was in “Ip Man 2” konkret auffällt ist das veränderte Setting. Während im ersten Teil schon alleine aufgrund des zweiten Japnisch-Chinesichen Krieges eine gewisse Dramatik ausgelöst wurde, scheint diese in der ersten Hälfte des zweiten Teils zu fehlen. Erst in der zweiten Hälfte kommt durch das Aufeinanderprallen der chinessichen und der britischen Kultur zu dramatischen Zügen. Der Film spielt anfang der 1950er Jahre. Zur dieser Zeit war Hong Kong noch britische Kronkolonie (erst 1997 wurde Hong Kong wieder an China “zurückgegeben”). Aus diesem Grund haben die Briten die Chinesischen Bürger weder akzeptiert noch respektiert. Und hier wird auch die Aussage von “Ip Man 2” deutlich, welche sich nicht nur auf damals sondern auch noch auf heute  beziehen lässt: Auch wenn sich zwei Kulturen unterscheiden und der andere Kultukreis einem auch noch so fremd vorkommt, sollte man dennoch den anderen den gleichen Respekt und die gleiche Anerkennung gegenüberbringen, den man seinen eigenen Landsleuten auch gegenüber bringt.

Ip Mans Charakter wird, wie auch im ersten Teil, sehr sympathisch dargestellt. Dies hat mit seiner Einstellung zum Leben zu tun. Für Ip Man stehen Würde, Ehre, Besonnenheit und Respekt an erster Stelle. Er beruft sich dabei nicht nur auf chinesische Tradition, sondern auch auf seine Kunst (die Kampfkunst), die Ausdruck der Tugungenden ist und nach Harmonie strebt.

Die Kampfszenen sind, wie im ersten Teil, exzellent. Die Choreografien sind spitze und die Kämpfe knallhart. Wer Martial-Arts Filme mag wird hier sicher nicht enttäuscht warden.

Musikalisch wird wieder auf traditionelle chinesische Musik gesetzt. In den teils dramatischen Szenen wird Klavier eingesetzt, welches stark zum Flair beiträgt.

Das Fazit fällt ähnlich wie beim ersten Teil aus. “Ip Man” wird nicht nur Actionfans gefallen. Die Story, welche am Anfang vielleicht etwas lahm wirkt, jedoch dann schnell an Fahrt und Tragödie gewinnt, kann durchaus überzeugen und weckt Interesse.

Neuen Kommentar schreiben